2001 - Das Fähnlein der sieben Aufrechten
von Simon Aebi
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Die Filmgeschichte spielt in einem kleinen Bergdorf in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach dem Sonderbundskrieg, in welchem die aufständischen Innerschweizer Katholiken von den Protestanten blutig niedergeschlagen wurden, bekam die Schweiz nicht nur eine Bundesverfassung und eine einheitliche Armee, sondern es wurde erstmals auch der freie, überkantonale Personen- und Geschäftsverkehr möglich. Die Ausgangslage der Filmgeschichte hat viele Parallelen zur heutigen, politischen Diskussion und deshalb auch nichts von ihrer Aktualität eingebüsst. Hermine (Kisha), die Tochter des reichen Geschäftsmannes Frymann (Paul Eggenschwiler), kehrt nach einem langen Welschlandaufenthalt nach Hause zurück und soll auf Wunsch ihres Vaters die Ehe mit dem reichen Geschäftsmann Ruckstuhl (Erich Vock) aus Zürich eingehen. Frymann plant mit Ruckstuhl im Dorf ein grosses Bauprojekt, welches er nur mit dessen Hilfe finanzieren kann. Der Plan scheint perfekt: Geld gegen Liebe. Doch Frymann hat nicht mit Karl (Fabien Rohrer) gerechnet, dem Sohn eines verarmten Schneiders (Urs Bihler), der seit Generationen in der Schuld der Familie Frymann steht. Karl und Hermine verbindet eine unschuldige Jugendliebe, der Karl noch immer heimlich nachtrauert. Hermine, die zwischen den Interessen ihres Vaters, dem eleganten Zürcher Lebemann und ihrer alten Jugendliebe steht, kann sich nicht entscheiden. Erst als sich der junge Karl aus dem Schatten seines Vaters löst und langsam erwachsen wird, vermag er auch die Liebe von Hermine zu gewinnen. In weiteren Rollen sind Silvia Jost, Sven Epiney und Reto Peritz zu sehen.
Zusammen mit Gölä gehört 1998 die 19-jährige Kisha aus Flamatt FR zu den Schweizer Shooting Stars des Jahres. Ihre Debütsingle «Why» schafft es gleich in die Top 10. Und auch die Folgesingle «Love Is Enough» (Oktober 1998) ist kein geringer Erfolg beschieden. Im April 1999 erscheint das erste Album («Kisha»). Das «Take That»-Cover «Pray» entwickelt sich zum Airplay-Favoriten. Die Schweiz hat einen neuen Popstar, der auch in Deutschland Erfolge feiern kann. Zu den Zahlen kommt auch die Anerkennung: 1999 wird Kisha beim Prix Walo zum «CH-Pop-Act 98/99» erkoren. Im November 1999 veröffentlicht Kisha zusammen mit Florian Ast die Duett-Single «Chumm gib mir dini Hand». Auf April 2001 ist das zweite Kisha-Album angekündigt; auf die Veröffentlichung folgen Konzerte an Sommerfestivals und eine Tour im Herbst.
Im Film ist der von Kisha gesungene Song «Düre Wind» (Text: Michael von der Heide) in einer eigens produzierten Fassung zu hören.
In «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» stellt Kisha ihr erstaunliches Naturtalent als Schauspielerin ein erstes Mal unter Beweis.
Kontakt für direkte Interviews:
Rico Fischer
Medienbeauftragter der Produktion
Telefon: 079 236 43 01
E-Mail:rico.fischer@bmg.ch
Geboren 1975 in Münsingen BE. 1994 wird Fabien Rohrer als Folge seiner erfolgreichen nationalen Wettkampfserie als Snowboarder für die Teilnahme an der ISF World Serie im italienischen Pila qualifiziert, wo er den ersten Platz erreicht. Darauf entschliesst sich Fabien Rohrer, die angefangene Wirtschaftsmittelschule abzubrechen und ins Profi-Lager zu wechseln. Fabien Rohrers Palmarès kündet als lange Liste von äusserst erfolgreicher sportlicher Tätigkeit. 1996 wird er Europameister in der Halfpipe, er gewinnt die nordamerikanischen Meisterschaften und wird zweiter in der ISF-Weltrangliste. 1997/1998 wird Fabien Rohrer Saisonsieger der ISF-Weltrangliste, 1997 ist er FIS-Weltmeister, und an den Olympischen Spielen in Nagano 1998 wird er vierter. Den Titel Vize-Europameister des ISF trägt er für die Jahre 1997 und 1999. Die Saison 99/00 setzte Fabien Rohrer verletzungsbedingt als Aktiv-Sportler aus; er moderierte dafür auf Star TV vor Ort die Schweizer ISF-Veranstaltungen.
In der Hauptrolle des Karl Hediger gibt der Erfolgssportler Fabien Rohrer in «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» sein Schauspieldebüt.
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Rico Fischer
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Ausbildung an der Schauspielakademie Zürich und erstes Engagement am Stadttheater Hildesheim. In der Schweiz machte er mit seinem Auftritt der in der «Kleinen Niederdorfoper» auf sein grosses komisches Talent aufmerksam, als das ihn die Kritik und das Publikum seither schätzen. Dem Publikum Spass zu bereiten, ist das erklärte Ziel, das er bei seinen erfolgreichen Bühnenproduktionen verfolgt. Ein breites Publikum kommt regelmässig in den Genuss von Erich Vocks Schauspielkunst, die sich auch im Medium Fernsehen bewährt: Auf SF DRS spielt Erich Vock den Untermieter Erich in der freitäglichen Familien-Sitcom «Fertig lustig».
Der Grundstückspekulant Ruckstuhl ist Erich Vocks erste Rolle in einem Kinospielfilm.
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Das Fähnlein der sieben Aufrechten
Was heute als Film «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» vorliegt, nahm seinen Anfang auf dem Ballenberg bei Brienz BE. Hier besuchte Produzent Lukas Erni im August 1999 eine Aufführung des Landschaftstheaters, das eine Adaption der Novelle von Gottfried Keller durch den Basler Dramatiker Hansjörg Schneider spielte. Erni zeigte sich vom Ganzen – die Freilichtmuseums-Kulisse, das Laienspiel, das Stück, die Ambiance – spontan fasziniert und begeistert. «Für mich war das etwas, wie es selten im Fernsehen oder auf der Bühne zu sehen ist», erzählt Erni, in dem die Idee reifte, dass sich aus diesem Ballenberg-Erlebnis etwas anderes machen liesse. «Das ist ein Stück Schweizer Kulturgut», so Erni, «das es wert wäre, dass es ein anderes und grösseres Publikum auch sehen könnte.»
Das Ballenberg-Erlebnis wurde Ansporn dazu, ein Verfilmungsprojekt in Angriff zu nehmen. Dabei erkannte Lukas Erni, wie sich der Theatertext nicht eigentlich für eine 1:1-Übertragung eignete. Abgefilmtes Theater sollte es nicht werden, und auch die Perspektive – die Sicht der Alten – schien ihm für eine Kinogeschichte weniger geeignet. Und: «Mehr als die patriotischen, historischen oder wirtschaftlichen Hintergründe, die bei Keller und auch bei Schneider im Text sind, faszinierte mich, dass 'Das Fähnlein' im Kern ja auch eine schöne Liebesgeschichte ist, eine Art 'Romeo und Julia'.»
Lukas Erni machte sich an eine erste Drehbuchversion und kontaktierte darauf den Zürcher Drehbuchautor Thomas Hess, der bei seiner filmischen Vorlage die Liebesgeschichte zwischen Hermine und Karl ins Zentrum rückte. «Der Film erzählt nun eigentlich die Geschichte von Karl Hediger, der aus dem Schatten des Vaters tritt und den Alten im Dorf die Stirn bieten muss, damit er bekommt, was er will, nämlich Hermine.»
Parallel zur Entwicklung der Story wurde auf der Produktionsseite die Finanzierung an die Hand genommen. «Die Idee, dass da etwas entstehen sollte mit Mundart, Berner Oberland, Kostümen, und das doch in einem neuen, frischen Gewand – sie hat bei angefragten Finanzierungspartnern eine überaus gute Resonanz gefunden», erinnert sich Lukas Erni.
Casting – Neue Namen
Das alte Gewand sollte zwar grundsätzlich bewahrt bleiben, doch gleichzeitig sollte auch ein schönes Stück Modernität den Film ausmachen. Da nun die Liebesgeschichte der Jungen so wichtig war, entschied man sich aus nahe liegenden Gründen, diese Rollen auch neu zu besetzen. Alle übrigen Voraussetzungen für das Filmprojekt waren bereits ideal: Praktisch alle Laiendarsteller der Ballenberg-Aufführung konnten zum Mitmachen gewonnen werden, und der Ballenberg als einheitlicher Drehort erleichterte das ganze Projekt erheblich. Lukas Erni nennt es «Fakten, welche die Machbarkeit des Projekts sehr günstig beeinflusst haben».
Das Zeitgemässe im Geist und im «Groove», das beabsichtigt war, verlangte also nach neuen Schauspiel-Gesichtern. Lukas Erni erläutert, wie wichtig es gewesen sei für das Casting, «mit den Laien kompatibel» zu sein. Im Klartext hiess das: Sie müssen Berndeutsch sprechen. Da die diesbezügliche Auswahl sich als nicht allzu gross zeigte, kam die Idee auf, in einem erweiterten Kreis nach passenden Besetzungen zu suchen. Da für Lukas Erni Sport, TV oder Popmusik sehr wohl zu seinem Begriff von Entertainment gehören, versuchte er es mit schauspielerisch noch unbelasteten Prominenten. Was sich im Nachhinein als Glücksfall erwies, da die «Neuen» im Filmfach sich als erstaunliche Naturtalente entpuppten. Allen voran Profi-Snowboarder Fabien Rohrer und Popsängerin Kisha: Sie machen vor der Kinofilmkamera ihre Sache bestens, auch weil sie zu einem Grossteil viel von sich selber spielen können in Rollen, die ihrer jeweiligen Persönlichkeit sehr nahe kommen.
Für weitere Rollen wurden prominente Namen aus Radio und Fernsehen gefunden, namentlich DRS3-Hitparaden-Moderator Sven Epiney als Karls Freund Kutschersämi und der ehemalige «Tele 24»-Moderator Reto Peritz als Spörri. Die insgesamt lediglich fünf Neubesetzungen wurden komplettiert durch Erich Vock (als bösewichtiger Grundstückspekulant Ruckstuhl), der nun unter den fünf der einzige erfahrene Schauspielprofi ist (und hier gleichzeitig zum ersten Mal in einem Kinospielfilm mitwirkt).
Dank frühzeitigen Verhandlungen bereits in der Projektphase wurde die Finanzierung mit gesicherten Auswertungsmöglichkeiten (Video/DVD, Abonnementsfernsehen und Fernsehen) möglich. So ist «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» vollständig privat finanziert, ohne einen Franken öffentlich-rechtlicher Gelder.
Drehen vor Ort
Die Dreharbeiten zu «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» fanden in dreieinhalb Wochen zwischen dem 9. Oktober und dem 1. November 2000 auf dem Ballenberg statt. Für einige Nachdrehs (Innenaufnahmen u.a.) wurden im Dezember 2000 noch vier weitere Tage benötigt.
Auf eine Vorgabe vor Ort war besonders Rücksicht zu nehmen. Lukas Erni: «Der Ballenberg ist ein Museum, das man nicht einfach schliessen kann. Generell und vor allem während der Ferienzeit musste der Ballenberg für das Publikum zugänglich bleiben.» Also wickelten sich in den Herbstwochen die sehr effizienten Dreharbeiten auf dem Ballenberg ab, dies trotz anfänglicher Wetterwidrigkeiten (wie eine ganze Woche lang Regen), denen aber durch eine gute Logistik und Flexibilität getrotzt werden konnten.
Das Freilichtmuseum Ballenberg bildete für die Dreharbeiten einen wichtigen Partner, unterstützte es das Projekt doch massgeblich in den Bereichen Technik und Serviceleistungen. Auch der nahe Militärflugplatz Meiringen zeigte sich äusserst kooperativ. So konnte die Filmarbeit auf Start- und Landetermine abgestimmt werden, und bei Bedarf wurde gar die Anflugroute abgeändert.
Am Ballenberg-Set war eine relativ kleine, aber immer noch rund 50 Personen starke Crew am Werk. Zum bereits seit etlichen Jahren eingespielten Produktionsteam gehörten ausser Schweizern auch Spezialisten aus Deutschland, England und den USA.
Die Postproduktion erfolgte von November 2000 bis Januar 2001.
«Alpen-Western»
«Wenn in den USA mit historischen Kostümen gedreht wird, nennen sie es 'Western', in England ist es ein 'period piece' und in der Schweiz heisst es 'Heimatfilm'», weiss Lukas Erni. In diesem Sinne wäre «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» ein «Heimatfilm». Es sei zwar nicht mehr Gottfried Keller, es sei historisch, aber auf der anderen Seite wieder nicht, «Die Stile sind – wie übrigens auch die Bauernhaustypen auf dem Ballenberg – gemischt.» «Was wir machen wollten, ist etwas Poppiges.» Oder anders gesagt: «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» zeigt sich in der neuartigen Mischung von Alt und Neu als eine Art «Alpen 4Western». Die Geschichte, wie sie im Film erzählt wird, charakterisiert Lukas Erni als «pointiert, leichtfüssig, sympathisch».
Für Regisseur Simon Aeby liegt der Reiz dieses Films darin, dass er einerseits auf einer Geschichte basiert, die Mitte des 19. Jahrhunderts spielt: «Es ist eine Gruppe von alten Männern, ein Schützenverein, der sich an einem Schützenfest in einem anderen Kanton bestätigen muss. Und parallel dazu gibt es eine Liebesgeschichte von zwei Jungen, eine Art 'Romeo und Julia'-Motiv: Sie kommt aus reichem Haus, er ist der Sohn eines Schneiders. Und hier spielt sich natürlich ein bisschen der Machtkampf der beiden Familien ab. Einerseits also die Alten und als Kontrapunkt die Jungen.»
Musik
Es ist im Fall von «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» für Philippe Schmid und Moritz Schneider das erste Mal, dass sie für den Soundtrack eines kompletten Spielfilms verantwortlich zeichnen. Einer ihrer Ansprüche beim Soundtrack-Kreieren war, «frischen Wind in den Schweizer Markt zu bringen». «Wir wollten nicht eine herkömmliche Filmmusik machen, wie sie im Schweizer Film bisher üblich ist», sagen die beiden. Im Vergleich mit anderen Schweizer Filmmusikproduktionen hätten sie mit ihrer Kompositionsarbeit sicher einen neuen Massstab gesetzt.
Was sie mit Erfolg versuchten, ist ein Verschmelzen oder Ineinanderübergreifen von real gespielten Instrumenten (wie Gitarre, Trompete, Kontrabass) mit elektronisch-synthetischer Musik. Dabei reicht die Spannweite der musikalisch erzeugten Stimmungen von dezenten Drum'n'Bass-Beats über jazzige Grooves bis zum emotionalen, üppigen Streicher-Sound – es sind Soundcharaktere verschiedener musikalischer Motiv-Fäden, die am Ende aber wieder eine Einheit bilden. Schmid und Schneider schätzten an der Arbeit an «Das Fähnlein der sieben Aufrechten», dass sie, immer im Dienst der Sache, «völlig freie Hand» hatten und etwa bei Bedarf ihren Sound «so fett, wie's ging» kreieren konnten.
Ausser der eigentlichen Kompositionsarbeit sorgte «philippemoritz» auch für die Produktion der Filmversion von Kishas Song «Düre Wind» (mit einem Text von Michael von der Heide).




